16.4.14

ZWISCHENZEIT MIT MEINGEFANGEN

Bevor ich Meingefangen kannte, kannte ich >On The Pattern<. Mich zu begeistern ist schwierig, aber dieses Projekt, die nachfolgenden Worte, sowie das heutige Gericht haben es auf anhieb geschafft. Hinter all dem steckt Franziska, Textil- und Flächendesignstudentin aus Berlin. Sie kann nicht nur formidabel Stricken, Kochen und Schreiben, sondern auch wunderbare Fotos schiessen. Ihr Worte bringen meine Zwischenzeit Gedanken auf den Punkt: >Ich hab in Verdacht, dass im Erreichen klarer Gedanken das eigentliche Geheimnis des Fastens liegt. […] Meinen Fokus möchte ich wieder ausloten.< Und was passt bitte besser dazu als eine klare Brühe?   Meingefangen


W e n i g e r   i s t   m e h r   F o k u s


Ich bin in der Tat kein Mensch fürs Fasten. Schon immer zu ziemlich gebaut, um einen Essensentzug für mehr als fünf Stunden durch zu halten. Doch schon während der Schulzeit hab ich am eigenen Leib erfahren, dass leichte Kost die Denkkraft stärkt. Was nicht so schwer im Magen liegt, benötigt eben weniger Energie zum Verdauen. Was man dabei spart, tut Geist und Gewissen gut.
Vielleicht ist das auch der Grund meiner Vorliebe für die japanische Küche. Ihre Köstlichkeiten sind so zart und natürlich im Geschmack, dass ich nicht auf ein Fest des Gaumens verzichten und doch nie die Schwere des Übersattseins tragen muss.


Eigentliches Highlight hoher japanischer Küche ist die klare Brühe. Sie ist fester Bestandteil des <Kaiseki>, des leichten Mahls. Sobald man diese <Dashi>  geschmacklich zu schätzen verstanden hat, so hat mir meine japanische Kochleherin verraten, hat man das Geheimnis der japanischen Kochkunst gelernt.


Für eine gedankenklare Suppe mit Zwiebel-Yam-Bällchen gehört in den Einkaufkorb:

1 TL getrockenete Kombu-Meeresalge bzw. 10 cm2 frische Kombu
1 TL Sojasoße, dunkel
50 g Zwiebel
100 g Yam-Wurzel
1 Eiweiß
1 Espressotasse Weissmehl
Salz


Der Weg ist das Ziel:
  1. In weichem Wasser den Kombu-Seetang eine Stunde lang einweichen. 
  2. In der Zwischenzeit die Zwiebel sehr fein hacken. Mit Grazie und Geduld wie ein echter Japaner. Das geht umso einfacher mit Riuichi Sakamoto’s. 
  3. Danach die Zwiebeln in einem Sieb für ein paar Sekunden in kochendes Wasser halten. Das nimmt die Schärfe, aber lässt der Zwiebel ihre Süße und bissige Konsistenz, hat man mir ebenso verraten. 
  4. Die Yam-Wurzel schälen und fein reiben. Dabei entsteht ein schleimiger Brei. 
  5. Nun das Eiweiß schaumig schlagen. Die Zwiebel und den Yam-Brei unterheben. Nach und nach das Mehl zugeben und gut unterrühren. 
  6. Das Kombu-Wasser zum Kochen bringen. Sobald es das tut, den Topf von der Kochstelle nehmen und den Schaum von der Oberfläche abschöpfen. 
  7. Nun kann es etwas tricky werden. Eigentlich wird die Brühe nun erneut zum Kochen gebracht, das Zwiebel-Yam-Gemisch zu Bällchen geformt und sanft in die Brühe zum kochen geben. Sollte diese hohe Kunst japanischer Küche nicht richtig glücken und die Bällchen nicht ansatzweise durch werden, gibt es immer noch die Möglichkeit die Bällchen kurz zu frittieren. Das ist zwar nicht ganz im Einklang mit der Öl-Sparsamkeit der japanischen Küche, doch bewahrt vor Kochfrust. 
  8. Mit einer Prise Salz und auf keinen Fall mehr als 1 TL Sojasoße die Brühe verfeinern.



Ich hab in Verdacht, dass im Erreichen klarer Gedanken das eigentliche Geheimnis des Fastens liegt. Geht es in den Wurzeln der Fastentradition nicht darum, den geistigen Fokus wieder zu richten? Auf das wirklich Bedeutsame. Auf Größeres.

Ich werde auch in 2014 sicherlich nicht vierzig Tage lang auf handfestes Essen verzichten können. Doch klare Gedanken wie klare Brühe hätte ich gern. Meinen Fokus möchte ich wieder ausloten. Vielleicht sollte ich auf das verzichten, was vermeintlich unverzichtbar zu meinem Tag gehört wie Mahlzeiten. Vielleicht sollte ich vierzig Tage lang Abstand nehmen von den täglichen Klicks durch die Online-Weiten, stattdessen große Pläne schmieden und das Leben auskosten. Gesprochene statt geschriebene Worte feiern. Es wird seltsam. Schließlich schaffe ich es schon lange meine www-Favoriten blind abzurufen. Doch ich will den kleinen Selbstversuch zeitgenössischer Askese wagen. Damit sich der Fokus wieder richtet. 







Bilder und Text Meingefangen

14.4.14

ZWISCHENZEIT MIT STEPANINI

Stephnie macht und redet nicht viel. Solche Menschen mag ich, die mich durch ihre Taten in den Bann ziehen. Ihre Bilder und Worte treffen mich aufgrund ihrer Unaufdringlichkeit immer wieder. Was sie hier schreibt ist 1:1 das was ich Euch gerne zu Beginn der Zwischenzeit gesagt hätte aber nicht geschafft habe. Alles andere über sie habe ich hier bereits geschrieben. Was soll ich noch sagen? Danke, Stephanie.   Stepanini


E i n e   O d e   a n   d a s   B u t t e r b r o t


Ich faste und verzichte aus einem einfachen Grund. Weil ich mehr genießen möchte. Ich bin völlig ungeeignet für Askese. Meine Leidenschaft für französische Patisserie, guten Wein und üppiges Essen ist sehr ausgeprägt. 
Aber ich bin tief überzeugt davon, dass immer satt nicht gut ist, dass weniger mehr ist. Und wer verzichtet, der schmeckt neu. 
Nach einer langen Wanderung, der Magen leer, die Knochen müde, auf der Hütte einen Kaiserscharn essen. Es gibt nichts Besseres. Nach einer Grippe zum ersten Mal wieder etwas essen: Eine Hühnersuppe. Die beste Hühnersuppe der Welt.

Außerdem trifft das kurzzeitige Verzichten auf meine große Liebe fürs Improvisieren. Aus Weniger mehr zu machen wappnet fürs Leben. Weil nichts planbar ist, auch wenn Businesspläne, Lebensläufe und Risikoforecasts uns das Gegenteil weißmachen möchten.
Einmal aufs  Geradewohl an den Bodensee gefahren und es gab keine Unterkunft. Am ganzen See hatte selbst die kleinste Pension kein Zimmer mehr frei. Im Auto geschlafen, aus Pullovern und Jacken Kissen und Decke ein Bett gebaut, uns diebisch gefreut über unsere Konstruktion und schon damals kurz vor dem Einschlafen festgestellt, dass das die romantischste Nacht ist und besser als jedes Fünf-Sterne-Hotelzimmer.
Und so wird aus dem Lebensrezept „weniger ist mehr“ und „aus weniger mehr machen“ ein Butterbrot.
Alles aus Butter und Brot herauszuholen, aus dem Standardabendessen das Größte herauszuholen, das ist sehr viel. Und eine schöne Aufgabe für die Zwischenzeit.

Das einfache Butterbrot in mehr Varianten.


Rote-Beete-Brot

Rote Beete schmecken leicht erdig. Sie schmecken nur ganz leicht heraus und sieht einfach schön aus. Lila Farbkleckse im Brot, die durch die Butter durchschimmern.

 

*370 Gramm Mehl Typ 550

*220 Gramm Weizensauerteig oder fertiges Sauerteigpäckchen

*1 ½ Teelöffel Salz

*160 Gramm rote Beete

*200 Milliliter warmes Wasser

*2 Teelöffel Olivenöl

Mehl und Salz vermischen. Die rote Beete sorgfältig abbürsten und dann mit einer Reibe kleinraspeln. Das Wasser mit dem Sauerteig und dem Olivenöl mischen. Die Mehl-Salz-Mischung unterkneten und zum Schluss die roten Beete dazugeben. Der Teig ist noch leicht flüssig. Für zehn Minuten abgedeckt ruhen lassen. Kneten, indem man den Teig am Schüsselrand hochzieht und zur Mitte wieder eindrückt. Ungefähr zehn Mal und bei jedem Mal merken, dass der Teig eine festere Konsistenz bekommt. Nochmal abdecken und zehn Minuten ruhen lassen. Die Prozedur des Knetens und Ruhens insgesamt vier Mal durchführen. Dann den Teig abgedeckt noch einmal 1 Stunde gehen lassen.
Auf einer bemehlten Fläche einen Brotlaib formen und nochmals für bis zu sechs Stunden gehen lassen. Das Volumen sollte sich verdoppeln. 

Dann bei 220 Grad für 30 Minuten backen. Ein kleines Glas Wasser aufs Blech stellen und ein paar Spritzer Wasser auf den Backofenboden geben. Wenn das Brot beim Klopfen hohl klingt, ist es fertig.


Fenchel-Walnuss-Mandel-Aprikosen-Brot

*500 Gramm Mehl Typ 550

*1 Esslöffel Meersalz

*1 Teelöffel brauner Zucker

*250 Gramm getrocknete Aprikosen

*250 Gramm Walnüsse

*250 Gramm Mandeln

*8 Esslöffel Fenchelsamen

*300 Mililiter Wasser

*2 Päckchen Trockenhefe



Mehl mit den Walnüssen, Salz, Mandeln und Fenchelsamen mischen. Die Nüsse ganz lassen, die Aprikosen klein schneiden und ebenfalls dazugeben. Die Hefe im Wasser und mit dem Zucker auflösen und für zehn Minuten gehen lassen. Dann gemeinsam mit der trockenen Mischung für zehn Minuten zu einem Teig kneten. Abgedeckt für zwölf Stunden ruhen lassen.
Am nächsten Tag auf einer bemehlten Fläche Brotlaibe formen und den Teig nochmals für eine halbe Stunde gehen lassen. Dann bei 200 Grad für 45 Minuten backen. Auch hier wieder mit etwas Wasser arbeiten.



Butter mache ich auch gerne selbst. Nicht immer. Aber manchmal. Wenn es ein Fest sein soll oder wenn ich verzichte. Sie ist weicher, cremiger und zarter. Die Buttermilch, die nebenbei entsteht, ist so schön sämig.


Butter

*500 Milliliter Sahne

Sahne schlagen. Länger schlagen. Irgendwann trennt sich die Butter von der Buttermilch. Die Milch abseihen und die Butter entweder pur oder mit etwas Salz oder mit anderen Zutaten mischen.

Vanille-


Salz-Butter

*1 Vanilleschote
*¼ Teelöffel grobes Meersalz

Das Mark aus der Vanille schaben und mit dem Meersalz und der Butter vermengen.


Zitronen-Pfeffer-Butter

*¼ Teelöffel grober Pfeffer
*½ Zitrone

Die Schale der Zitrone abreiben und den Abrieb gemeinsam mit dem Pfeffer unter die Butter mischen.

 
Tonkabohnen, Katimpanur und Pistazienlassi können warten.
Brot und Butter ist wenig. Und doch so viel. 
Aus Wenigem viel machen. Das macht den Unterschied.
Das ist groß im Kleinen.
Aus wenigem viel gemacht ist, so viel, dass ich immer mehr davon will.
Eine schöne Zwischenzeit.






Bilder und Text Stepanini

12.4.14

IN DER ZWISCHENZEIT ...

… esse ich wieder fast normal.

Manchmal versetzt einem das Leben eine Tritt,
ungerecht, unverständlich - peng, peng!

So ist das richtig ehrliche Leben,
es läuft nicht immer rund.

Jetzt heisst es auch darin gutes zu finden,
vielleicht gestärkt heraus zu gehen - vielleicht.

Doch wenn die Dinge um mich herum ins Wanken geraten,
muss ich mich wenigstens froh essen.

Zu Vertrautem greifen auf das Verlass ist:
einem dick bebutterten Zopfbrot und einem tiefen Schluck stallfrischer Milch.

Pluspunkt - der Milchbart legt sich für einen Moment lächelnd 
über alles was sich so schwer anfühlt.

Ich halte es wie einst Julie,
und vergrabe die schlechten Gedanken im Hefeteig.

Die Zwischenzeit geht weiter,
dank Euch.





Bild Matimuk, Worte T.

11.4.14

ZWISCHENZEIT MIT CHESTNUT & SAGE

Julia und ich „kennen“ uns noch nicht lange. Unsere Wege kreuzten sich erst vor kurzem und die Freude war auf beiden Seiten gross. Ich mag ihre unkompliziert ehreliche Art in Bild und Text. Ihre einführenden Worte zur  Zwischenzeit  sprechen mir aus der Seele. Ich freue mich wirklich sehr, dass sie hier und heute mit einem Gericht dabei ist, welches ich noch gar nicht kannte.    Chestnut & Sage


S o c c a


Eine Zwischenzeit einlegen. Mir gefällt die Idee. Bewusst einen Schritt zurückzutreten, sich zu reduzieren auf das Wesentliche, den Fokus wieder scharf zu stellen auf das Wichtige. Sich einer selbstauferlegten Prüfung zu stellen, bei der man nur sich selber gegenüber Rechenschaft ablegen muss. Den inneren Tunichtgut und Taugenichts herausfordern. Die Disziplin trainieren. Warum nicht? Freude am Verzicht haben. So muss es sein. Denn wie schnell kann Verzicht zur Bürde werden? Gezwungenermaßen auf Leben, Erleben, die Lieben verzichten, widerstrebend, voller Unbehagen, zu Gunsten für Sicherheiten, selbst wenn die Gründe noch so vernünftig scheinen, nein, das möchte ich nicht und ich glaube, das darf auch nicht so sein.

Mit Freude habe ich deshalb ein Gericht für Christines Zwischenzeit zubereitet, bei dem sie eigentlich auf nichts - und schon gar nicht den Genuss - verzichten muss: Socca. Ein klassisches Rezept aus dem Mittelmeerraum. Ein einfacher Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl belegt mit geschmorten Zwiebeln, Tomaten und Rucola. Rein pflanzlich. Sättigend. Zufriedenstellend. Wer wird da schon einen Mangel spüren wollen?


Für 2 Personen als leichtes Mittagessen oder 4 als kleine Vorspeise braucht Ihr:

120 g Kichererbsenmehl
1 TL Kreuzkümmel, fein gemörsert
1 TL Koriandersamen, fein gemörsert
1 große Zwiebel, in feine Ringe geschnitten 
 250 g Kirschtomaten
1/2 TL Fenchelsaat
1 kleine Sternanis
1 kleine Zimstange
25 ml Weißweinessig
1 EL Olivenöl
2 Handvoll Rucola
Olivenöl
200 ml Wasser
Salz, Pfeffer

Vermischt das Kichererbsenmehl mit dem Wasser, dem Kreuzkümmel und den Koriandersamen und einer guten Prise Salz, sodass ein homogener Teig entsteht. Lasst diesen Teig etwa eine Stunde quellen.
Heizt den Backofen auf 180°Ober-/Unterhitze vor. Stecht die Kirschtomaten mit einem spitzen Messer ein und gebt sie zusammen mit der Fenchelsaat, der Sternanis, der Zimtstange, dem Weißweinessig, dem Olivenöl und ein wenig Salz und Pfeffer in eine ofenfeste Form. Schmort sie dort 45 Minuten.

Erhitzt Öl in einer Pfanne und bratet die Zwiebeln gemeinsam darin langsam an, sodass sie schön weich werden und etwas Farbe annehmen. Salzt und pfeffert die Zwiebeln ein wenig.
Bereitet jetzt die Socca vor: Erhitzt Öl in einer Pfanne und gebt dann die Hälfte des Teiges hinein. Bratet den Pfannkuchen für einige Minuten von jeder Seite an. Macht das gleiche mit der anderen Teighälfte.

Belegt die fertigen Kichererbsenküchlein mit Zwiebeln, geschmorten Tomaten und Rucola.







Bild und Text Chestnut & Sage

9.4.14

ZWISCHENZEIT MIT MAT & MI

Ich lese nicht viele Blogs, den von Julie schon (besonders freuen mich auch die neunen Seiten von Ihr und Ihm: Essays vom Reisen). Mit Bedacht  und Sorgfalt komponiert sie Wort und Bild. Es entsteht eine schüchterne Ehrlichkeit, die mich trifft. Genau wie dieses Essen, schüchtern und ehrlich, so Julie, so gut. Mehr brauche ich nicht.   Mat & Mi


S a l z k a r t o f f e l n


Die Zeit vor Ostern wird von Vielen für das Fasten genutzt. Verzicht und Entbehrung. Oft betrifft es den Teller. Süßes wird weggelassen oder Fleisch. Oder zu viel Sahne. Den Meisten fällt es schwer. Ich verzichte nicht gerne auf Dinge, die ich mag.


Als Tine für ihre Zwischenzeit anfragte, hatte ich zuerst den Verzichtgedanken im Kopf. Ich drehte ihn und drehte ihn, bis er in einem anderen Zusammenhang stand. Bewusstes Verzichten, jedoch mit Genuss verbunden. Oh ja!
Das beste Beispiel dafür ist in meinen Augen die Kartoffel. Ich selbst bereite sie in den unterschiedlichsten Varianten zu und hab längst noch nicht alle ausprobiert. Sie schmeckt immer anders. Auf manchen deutschen Tischen ist sie nicht wegzudenken, allerdings bleibt sie oft im Hintergrund und türmt sich zurückhaltend in der Beilagenschüssel.
Es gibt unzählige Sorten, ihre Farbschattierungen sind beachtlich und die Konsistenz ihres Innenlebens auch.
Zurück zum Verzicht. Die Kartoffel kann so herrlich aromatisch schmecken, wenn man sie einfach nur Knolle sein lässt und lang genug in ihrer eigenen Schale gart. Pur, dampfend, aromatisch salzig, mit gerupfter Petersilie und - weil ich nicht ohne mag - mit einem Stück Butter ist sie tatsächlich am allerbesten. Ein ehrliches Mahl. Auf Sauce, Fleisch und Beilagen kann verzichtet werden. Es wird euch nicht fehlen. Ein guter Verzicht!


Salzkartoffeln
Kartoffeln (ich mag lieber die kleinen bis mittelgroßen)
Salzflocken (z.B. Maldon)
Glatte Petersilie
Butter

Die Kartoffeln nass schrubben und anschließen in Salz wälzen. In eine feuerfeste Form stellen und bei 200°C Umluft etwa 30 Minuten garen (es kann je nach Größe auch länger dauern!).
Von Herrn Slater habe ich gelernt, dass ein Schaschlickspieß in der Mitte der Kartoffeln das Garen beschleunigt und es außerdem hilft, wenn man den Kartoffeln wenn sie fertig sind, einen kleinen Karateschlag (die Hand am besten in ein Handtuch wickeln) verpasst, damit der Dampf entweicht. Man kann sie aber auch beherzt mit einer Gabel einpieksen.
Warm schmecken die Kartoffeln am besten und jeder darf sich seine Butter- und Kräutermenge selbst aussuchen. 






Bilder und Text Mat & Mi

7.4.14

ZWISCHENZEIT MIT TAU UND TAUSCHÖN II

Mit Katja trafen wir uns bereits am Mittagstisch zu Panir-Masala. Heute verbringen wir mit ihr die frühe Stunde. Das kann nur ein guter Tag werden.   Tau und Tauschön


H i r s e b r e i   m i t   g e d ü n s t e t e n   B a n a n e n   u n d   I n g w e r t e e


Fasten ist die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Die Motivation hierfür sind vielfältig. Ob nun aus religiösen Gründen, zum Abnehmen, um Trauer zu überwinden oder einfach mit mehr Achtsamkeit auf das zu schauen, was man so zu sich nimmt. Letzteres ist meine Motivation, jedes Jahr aufs Neue einige Dinge als Ziel des Verzichtes zu nehmen. Letztes Jahr stand der Konsumverzicht im Vordergrund. Einfach überlegter und bedachter kaufen, ohne sich von spontanen Lustgefühlen leiten zu lassen oder andere Gefühle damit zu deckeln. Unterm Strich brauche ich gar nicht viel und Vieles von dem ich denke, dass ich es benötige, macht mich nicht glücklich. Also ist die Fastenzeit auch immer wieder eine Besinnung auf die kleinen Dinge, die wirklich zählen. Das kann auch bedeuten, im Zuhause aufzuräumen oder im persönlichen Umfeld, auszusortieren und sich von allem zu trennen, was nicht gut tut.

Dieses Jahr möchte ich auf Fleisch, Alkohol und industriell hergestellte Süßigkeiten verzichten und hoffe, es gelingt. Aber auch das Scheitern gehört dazu und ist allzu menschlich. Dann geht es weiter. Mit dem bewusst machen und wieder von vorne anfangen.

Die Rezepte sind inspiriert durch die östlichen Lebenwissenschaften Ayurveda und 5-Elementen-Lehre und vereinigen möglichst viele Geschmacksrichtungen, um dem Süßhunger vorzubeugen. Sie sind warm und nahrhaft, ohne ein unangenehmes Völlegefühl zu hinterlassen.


Für die Mandelmilch am Vorabend eine Handvoll Mandeln mit einem halben Liter Wasser einweichen und am nächsten Morgen fein pürieren und danach durch ein feines Sieb filtern.

Für den Ingwertee ein Stück Ingwer in Scheiben schneiden und mit kochendem Wasser aufgießen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen.

Für den Hirsebrei eine Tasse Hirse gut waschen und abtropfen lassen und mit der doppelten Menge Wasser aufkochen und kurz köcheln lassen. Mit Deckel 20 Minuten quellen lassen, ohne Rühren. Danach mit einer Gabel auflockern. In einer Pfanne Kokosraspel rösten und beiseite legen. Danach etwas Ghee und Zimt in der Pfanne erwärmen und eine in Scheiben geschnittene Banane darin dünsten. Genug Hirse für eine Portion abnehmen und einen Schwung Mandelmilch in einem Topf erwärmen und etwas eindicken lassen. Nach Belieben mit Honig süßen. Zusammen mit den Bananenscheiben und den Kokosraspeln genießen.


Banane enthält viel Fruchtzucker und liefert dem Körper ähnlich viel Energie wie die Kartoffel. Sie bietet einen hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium und enthält die Vitamine A, B, C und E. Die Inhaltsstoffe der Frucht haben eine heilende Wirkung, vor allem auf den Magen-Darm-Bereich. Die Banane verhindert, dass der Magen übersäuert. Auch auf das Hirn eines Menschen hat die Frucht einen positiven Effekt: Die Aminosäure Tryptophan regt die Produktion des Glückshormons Serotonin an.

Ghee werden in der traditionellen indischen Heilkunde des Ayurveda gesundheitsfördernde und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben.

Hirse enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente, insbesondere Silicium, Eisen und Magnesium. Hirse wirkt sich daher besonders positiv auf die Knochen, Gelenke, die Haut, das Haar und die Nägel aus.

Ingwer hat einen verdauungsfördernden Effekt und wirkt gegen Überlkeit. Sein Wirkstoff Acetylsalicylsäure lindert Schmerzen, dämmt Entzündungen ein und hemmt die Blutgerinnung. Ingwer wirkt wärmend und hilft so bei Infekten.

Kokosnuss enthält gesättigte Fettsäuren, Calcium, Magnesium, Eisen und Kalium; Vitamin C, B3 und E, Eiweiß und Zucker, Cellulose und Ballaststoffe. Ihr natürliches Kokosfett hilft, den Körperfettwert zu normalisieren und die Reaktion des Immunsystems zu verbessern. Außerdem wirken die Inhaltsstoffe der Kokosnuss entwässernd, regen die Nierentätigkeit an und fördern die Verdauung. Den gesättigten Fettsäuren wird eine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung nachgesagt.

Mandel liefert viele ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Kupfer sowie große Mengen der Vitamine B und E. (basisch)

Zimt kann die Blutzuckerwerte und ausserdem den Cholesterinspiegel senken. Gleichzeitig kurbelt er als wärmendes Gewürz den Stoffwechsel an, was hilfreich sein kann, wenn man Gewicht verlieren möchte und ist ausserdem sehr reich an sekundären Pflanzenstoffen, so dass er zur Krebsprävention eingesetzt werden kann. Ceylon-Zimt enthält viel weniger schädliches Cumarin als Cassia-Zimt.





Bilder und Text Tau und Tauschön

5.4.14

IN DER ZWISCHENZEIT…


… war ich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach und konnte zwei schöne Dinge verbinden: Architektur und Literatur. Der Neubau von David Chipperfield und - unter anderem - der ganze Prozess von Franz Kafka im Original. 
Und dann war noch der Landsberger  Poesieautomat von Hans Magnus Enzensberger, der mich eine Stunde gefangen hat und noch mich viel länger hätte behalten dürfen. Ich wünschte in meinem neuen Heim wäre ein Raum mit einem solchen Automaten, einer Couch und einem Ofen (auf dem man auch Espresso machen kann) - selig. Eine Bereicherung für die Welt!





TROPFENWEISE MELANCHOLIE IN DEN BETTEN. DIESER BLEIERNE HAARAUSFALL AM WOCHENENDE. UND DIESE HALBHERZIGEN DEPRESSIONEN: MEINETWEGEN! IM GRUNDE VERHINDERN WIR IMMER IRGENDETWAS DARÜBER HINAUS IMMER WIE GENIESSERISCHE SCHMERZEN. UNGERÜHRT EINSCHRUMPFEN! SPRECHSTUNDEN. ("DIESES SCHWEIN IST DOCH SO AUFGEREGT.") IM UNTERGRUND DUMPFE WUT. DIE TEIGIGE TAGESSCHAU REUT UNS. NICHT DIE DIE GRÜBELEI. IN ZUKUNFT ESSEN WIR GANZ ALLEIN. AUSBRÜCHE, BIERGERUCH, VERTROCKNETE HAHNSYSTEME. IN KLEINEN MENGEN NUTZT ALLES NICHTS.





Bilder Matimuk, Worte (oben) T.